Universitätssiegel
Förderung
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
 
Laufzeit
2015 bis 2017
 
Projektleitung

Prof. Dr. Alexander Zipf (Geoinformatik)
Michael Auer, Dipl.-Geogr.
Lukas Loos, Dipl.-Geogr.

Miriam Dingeldey, Dipl.-Geogr. (ifeu Heidelberg)

 
Zugehöriges Praxisprojekt (IBA-Kandidat)
 
Projektträger
Stadtwerke Heidelberg, Stadt Heidelberg, Umweltamt
 

Urban Office

Urban Office Teilprojekt 1 Teilprojekt 2 Teilprojekt 3 Teilprojekt 4
Wissen schaffen für die Stadt – neue Methoden der Bürgerbeteiligung durch interaktive Stadtplanung im Web 2.0 am Beispiel der Energiewende

Wissen schaffen für die Stadt – neue Methoden der Bür­ger­be­tei­li­gung durch interaktive Stadtplanung im Web 2.0 am Beispiel der Energiewende

Ein Teilprojekt von:
Urban Office an der Universität Heidelberg: Einrichtung eines Reallabors Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft

In Teilprojekt 4 sollen neue Medien mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung ver­knüpft werden. Am Beispiel der lokalen Energiewende in Heidelberg wird Kom­mu­ni­ka­tion zwischen Bürgerinnen und Bürgern und lokalen Akteuren in diesem Feld anhand neuer Beteiligungsverfahren intensiviert werden. Dadurch können lokal ini­ti­ier­te Prozesse mit den Ideen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger weiter entwickelt und begleitet werden.

Die Energiewende live vor Ort: Der Zukunfts-Wissensspeicher Energie und Technik
Zur Umsetzung des Energiekonzepts 2020 des Landes Baden-Württemberg wird im Gewerbegebiet Pfaffengrund nahe der Konversionsfläche Bahnstadt in eine nach­haltige kommunale Energieversorgung in Form eines Energiewendeparks in­ves­tiert, die auf dem Heidelberger Masterplan 100 % Klimaschutz basiert. Im Rah­men der IBA ist ein integratives Konzept Zukunfts-Wissensspeicher Energie und Technik geplant, das Wissensvermittlung zu Theorie und Praxis der Ener­gie­ver­sor­gung und Nachhaltigkeit neu denkt. Über die Konzepte eines gläsernen Kraft­werks oder eines Science Centers hinausgehend, vereint der Wis­sens­spei­cher das Werben um Akzeptanz der Energiewende mit einem Bildungsanspruch zum gesamten Spektrum der Nachhaltigkeit.

Wissen schaffen für die Stadt – neue Methoden der Bürgerbeteiligung durch interaktive Stadtplanung im Web 2.0 am Beispiel der Energiewende

Die lokale Energiewende mitgestalten
Gleichzeitig sollen die Besuchenden dieses Wissensortes als aktive Gestalter und Botschafter der Energiewende vor Ort gewonnen werden. Die Integration der be­nö­tig­ten Gewerbe, Bildungs- und Umweltexpertise verlangt die Einbindung von Ak­teu­ren aus Wissenschaft, Praxis und Bürgerschaft in die Planung, den Ent­ste­hungs­pro­zess und einen erfolgreichen Betrieb. Partizipative Elemente ermöglichen einen Bottom-Up-Wissenstransfer, bei dem Ideen entstehen und Rückkopplungseffekte für die regionalen Akteure (z.B. Stadt, Energieversorger) generiert werden. Der Wis­sens­spei­cher Energie und Technik dient dabei als Initial. Die Energiewende soll den Besuchenden auf drei Ebenen als Transformationsprozess erlebbar gemacht werden:

  1. Metaebene: Anhand der Anlagen vor Ort soll dem Besuchenden präsentiert werden, welche Elemente für einen übergeordneten Transformationsprozess eines Energiesystems nötig sind (zentral versus dezentral).
  2. Regionale bzw. lokale Ebene: Im Rahmen des partizipativ erarbeiteten Mas­ter­plans 100 % Klimaschutz hat die Stadt gemeinsam mit ihren Bürgern die Leitlinien der lokalen Energiewende bis 2050 definiert. Der Wissensort Ener­gie­spei­cher soll als themenspezifische Austauschplattform zwischen Bürger und Stadt fungieren. Die hier entwickelten neuen Formen der Interaktion mit den Besuchenden führen den Beteiligungsprozess fort.
  3. Individuelle Ebene: Für die persönliche Energiewende erhalten Besuchende interaktive Rückkopplung und damit Anreize, über eine Transformation des eigenen Lebensstils für ein Gelingen der Energiewende nachzudenken (z.B. 2000-Watt-Gesellschaft). Bei der Planung und Umsetzung des Vorhabens werden innovative Möglichkeiten zur Bürgerpartizipation mit Hilfe von neuen Medien und Technologien eingesetzt und zugleich untersucht. Ziel ist es, um­fas­sen­des lokales Wissen für den Planungsprozess zu generieren und hier besonders auch jüngere Bevölkerungsgruppen anzusprechen und ein­zu­be­zie­hen.

Ausnutzung von technischen Möglichkeiten für mehr Partizipation
Durch das Web 2.0 und den Wandel der Technologien (Soziale Medien, 3D-Dar­stel­lung, WebGIS, Smartphone u.a.) sind neue Möglichkeiten einer nachhaltigen und sehr unmittelbaren Beteiligung der BürgerInnen entstanden. Dies manifestiert sich u.a. in dem Beitragen räumlicher, oft stadtbezogener Daten z.B. in Open­Street­Map-Systeme und deren wissenschaftlicher Auswertung (Citizen Science), aber auch in städtebaulichen Planungsprozessen (interaktive Web-gestützte kol­la­bo­ra­ti­ve Stadtplanung). Auf unterschiedlichen Plattformen dargebotene interaktive Medien bieten vielfältige Möglichkeiten, Entwürfe, Planungen und Umsetzungen in einer anderen Form zu kommunizieren und dabei vielseitiger wahrzunehmen: die interaktiven Medien bieten zahlreiche Freiheitsgrade zur Variation der Ein­fluss­grö­ßen. Die Experten-Laien-Kommunikation über räumliche Gestaltung, deren Ver­än­der­bar­keit sowie die Untersuchung ihrer jeweiligen Wirkung findet nun gleich­be­rech­tig­ter und auf einer neuen Ebene statt. Mittels interaktiver Grafiken werden Gebäude und Siedlungselemente, die Energie erzeugen und verbrauchen, als Sys­te­me veranschaulicht. Energieflüsse können durch Variation der Gebäude, der tech­ni­schen Systeme und durch das Verbraucherverhalten (spielerisch) berechnet und verändert werden. Diese modellhafte Darstellung soll das entdeckende Lernen der BürgerInnen, z.B. von Schulklassen, die so Wirkungszusammenhänge er­fas­sen und wichtige Stellschrauben erkennen können, unterstützen. Die subjektive Betroffenheit kann durch die Berechnung des persönlichen ökologischen Fuß­ab­drucks verstärkt werden. Ausgewählte Ansätze dieser interaktiven Stadtplanung werden an dem IBA-Projekt Zukunfts- Wissensspeicher Energie und Technik um­ge­setzt, sie sind aber auch für die anderen drei Praxisprojekte anwendbar. Der Ein­satz von Geoinformationssystemen (GIS) in der partizipativen Stadtplanung (public participation gis – PPGIS) und e-partizipation wird seit geraumer Zeit dis­ku­tiert, aber die o.g. neuen Möglichkeiten modernster Technologien (z.B. 3D-Web­GIS, mobile vor-Ort-Interaktion), gerade in Kombination mit Möglichkeiten zur Ein­be­zie­hung nutzergenerierter Daten (Crowd-sourcing, vgl. Varz et al. 2014), und Bewertungen sind für die Stadtplanung noch nicht ausreichend untersucht und eva­lu­iert (vgl. Arsanjani et al. 2013). Damit wird einerseits das Ziel der IBA Wissen schafft Stadt ideal unterstützt, da neue Medien weiterentwickelt und genutzt wer­den, und zugleich das für Baden-Württemberg und darüber hinaus relevante Thema der nachhaltigen Wissenserzeugung und Bürgerbeteiligung in Stadt­pla­nungs­pro­zes­sen durch ein konkretes Praxisbeispiel erforscht.

Weiterführende Informationen:
Heidelberger Masterplan 100 % Klimaschutz

Seitenbearbeiter: Webmaster-Team
Letzte Änderung: 16.08.2016
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