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Gino Meier, Dipl.-Geogr.

Gino Meier ist seit Mai 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geographischen Institut der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Davor studierte er an der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität in Würzburg Geographie mit den Nebenfächern Politikwissenschaften und Soziologie. Seine Diplomarbeit schrieb er zum Thema „Zwischen Aufwertung und Umstrukturierung – Der Erfurter Wohnungsbau im Rahmen des Bund-Länder-Programms Stadtumbau Ost“. Darin untersuchte er das Wohnverhalten der Erfurter Studenten, um daraus mögliche Standortpotenziale randstädtischer Großwohnsiedlungen abzuleiten und diese den Zielen des Stadtumbauprogramms Ost gegenüberzustellen.

Forschungsinteressen

Im Mittelpunkt seines Forschungsinteresses stehen vor allem stadtgeographische Themen, darunter aktuelle Dynamiken hinsichtlich der Planung neuer bzw. der Umstrukturierung und Qualifizierung bestehender Stadtquartiere. Seinen Fokus richtet er dabei auf partizipative Angebote und ihre Bedeutung für eine moderne, erfolgreiche und nachhaltige Stadtentwicklung. Außerdem beschäftigt sich Gino Meier mit aktuellen Entwicklungsprozessen im lokalen Einzelhandel, den er am Beispiel Heidelberg regelmäßig untersucht. Regionale Schwerpunkte setzt er im Bereich Ost- und Süddeutschland, Mitteleuropa sowie Nordamerika.

Promotionsprojekt

Das Promotionsprojekt von Gino Meier beschäftigt sich mit einem Phänomen der aktuellen Stadtentwicklung, das in den letzten Jahren (wieder) deutlich in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt ist – die Rede ist von Bürgerbeteiligung. Das neue Bewusstsein für Mitsprache und Mitgestaltung durch die Bürgerinnen und Bürger kann als eine neue Form des städtischen Regierens verstanden werden und ist spätestens seit dem medialen Echo von Stuttgart 21 längst kein Versuchsfeld mehr für experimentierfreudige Kommunen. Ganz im Gegenteil, die Beteiligung der Bürgerschaft hat sich zum festen Bestandteil der kommunalpolitischen Handlungspraxis der Gegenwart entwickelt. Insbesondere vor dem Hintergrund einer neuen, auf Wissen und Bildung basierenden Gesellschaftsordnung (Wissensgesellschaft), wird ein Ziel von Bürgerbeteiligungsmaßnahmen deutlich formuliert: Es geht um die möglichst effiziente Weiterentwicklung unserer Städte, die aktuellen Wohnanforderungen und Lebensbedingungen gerecht werden sollen. Dies geschieht vor allem unter Einbeziehung von lokal verankertem Wissen, Können und Erfahrungen aus der Bürgerschaft. Die in der Theorie inklusiv gedachte Idee von Partizipation entpuppt sich im Beteiligungsalltag jedoch allzu oft als selektiv wirkendes Phänomen, wodurch Partizipation mehr ein exklusiver denn integrativer Charakter anhaftet.
Mit der Promotionsarbeit soll das Verhältnis von Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung in einer modernen Wissensgesellschaft analysiert werden. Das laufende Forschungsprojekt geht daher unter anderem den Fragen nach, welchen Stellenwert Bürgerbeteiligung hat und welche Chancen die Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich der Einflussnahme auf die Stadtentwicklung besitzen? Von welchen Bedingungen bzw. Voraussetzungen ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger abhängig und welche Barrieren müssen in diesem Zusammenhang überwunden werden? Welche Bedeutung hat Wissen für die partizipative Stadtentwicklung und als Qualifikationskriterium für Beteiligung überhaupt? Ist Bürgerbeteiligung „nur“ ein Hobby der Mittelschicht und verstärkt sogar den sozialen Segregationsprozess?
Das Dissertationsprojekt knüpft inhaltlich an die anderen Forschungsprojekte der Abteilung an und liefert auch im Kontext der Internationalen Bauausstellung in Heidelberg einen wichtigen Beitrag.

Lehre
Wintersemester 16/17:
  • Proseminar Stadt- und Regionalentwicklung

vergangene Semester

  • Sommersemster 2016: Geländepraktikum / Forschungsmethoden Vitale Innenstädte 2016 - Fokus Einzelhandel (gemeinsam mit Dipl.-Geogr. Martin Holler)
  • Wintersemester 2015/16:Seminar Einführung in die Humangeographie
  • Wintersemester 2015/16:Exkursion Dresden (gemeinsam mit Dr. Editha Marquardt)
  • Sommersemester 2015: Geländepraktikum/ Forschungsmethoden Gute Orte, schlechte Orte - Wahrnehmungen und Identitäten in der Stadt
  • Wintersemester 2014/15: Geländepraktikum/ Forschungsmethoden Meine Stadt gehört mir! – Recht auf Stadt in Berlin
  • Wintersemester 2014/15: Übung Einführung in die Humangeographie (Stadt)
  • Wintersemester 2014/15: Exkursion München – Stadt-, Sozial- und Wirtschaftsgeographie der bayrischen Metropole (gemeinsam mit Dr. Klaus Sachs)
  • Sommersemester 2014: Forschungsmethoden der Humangeographie/ Geländepraktikum Einzelhandel und Stadtentwicklung: eine produktive Symbiose? Untersuchungen zur aktuellen Einzelhandelssituation in Heidelberg.
  • Sommersemester 2014: Exkursion Stadt- und Regionalentwicklung in Unterfranken am Beispiel Würzburg und Umgebung (gemeinsam mit Dr. Stephan Fuchs)
  • Wintersemester 2013/2014: Übungen zur Geographischen Stadtforschung im Rahmen des Moduls Einführung in die Humangeographie I sowie Stadtexkursion Heidelberg
  • Wintersemester 2013/2014: Exkursion Bamberg & Umgebung (gemeinsam mit Dr. des. Stephan Fuchs)
  • Sommersemester 2013: Proseminar Stadtgeographie
  • Wintersemester 2012/2013: Proseminar Stadtgeographie
  • Wintersemester 2012/2013: Übungen zur Geographischen Stadtforschung und Bevölkerungsgeographie im Rahmen des Moduls Einführung in die Humangeographie I sowie Stadtexkursion Heidelberg
  • Sommersemester 2012: Forschungsmethoden der Humangeographie/ GLP Einzelhandel und Stadtentwicklung - Eine produktive Symbiose? Untersuchungen zur aktuellen Situation der Einzelhändler in Heidelberg.
  • Wintersemester 2011/2012: Forschungsmethoden der Humangeographie/ GLP Konversionsflächen in Heidelberg nach dem Abzug der US-Army.
  • Wintersemester 2011/2012: Übungen zur Geographischen Stadtforschung und Bevölkerungsgeographie im Rahmen des Moduls Einführung in die Humangeographie I sowie Stadtexkursion Heidelberg
  • Sommersemester 2011: Forschungsmethoden der Humangeographie/ GLP Neues urbanes Flair in Ludwigshafen? Die Entwicklung des Einzelhandels in Ludwigshafen nach der Eröffnung der Rhein-Galerie. (gemeinsam mit Prof. Gerhard)
Publikationen und Vorträge

Meier, Gino (2016): Raumbezogene Identifikation und Ortsverbundenheit als Voraussetzungen für Partizipationsvorhaben in der Stadtentwicklung. 40. Sitzung des Arbeitskreises Stadtzukünfte. Hamburg. 20.02.2016.

Meier, Gino (2015): Wissen und Identifikation als Voraussetzungen für erfolgreiche Bürgerbeteiligung. Deutscher Kongress für Geographie 2015 (DGfG). Berlin. 02.10.2015.

Meier, Gino (2013): Partizipation und Stadtentwicklung – Bürgerbeteiligung in der Wissensgesellschaft. Sektionstagung der Stadt- und Raumsoziologie (DGS). Berlin. 15.11.2013.

Meier, Gino (2013): Partizipation und Stadtentwicklung in Heidelberg – Bürgerbeteiligung in der Wissensgesellschaft. In: Gerhard, U., Meier, G., Nüsser, M. & Schmidt, S. (Hg.): Vielfältige Identitäten und Realitäten im Zeitalter der Globalisierung (= HGG-Journal, Band 27). Heidelberg: Heidelberger Geographische Gesellschaft, S. 32-42.

Meier, Gino (2011): Zwischen Aufwertung und Umstrukturierung – Der Erfurter Wohnungsbau im Rahmen des Bund-Länder-Programms Stadtumbau Ost. Würzburg (unveröffentlichte Diplomarbeit).

Seitenbearbeiter: Webmaster-Team
Letzte Änderung: 10.11.2016
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