Universitätssiegel
Förderung
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Laufzeit
2016 bis 2018
 

Teilprojektleitung
Dr. Christina West
Prof. Dr. Havva Engin, PH Heidelberg

Projektbearbeiterin
Svenja Kück

Praxipartner
Stadt Heidelberg, Amt für Soziales Asylarbeitskreis Heidelberg Diakonie Heidelberg Each1Teach1 Landkreis Rhein-Neckar

 

Forschungsprojekt

Reallabor Asylsuchende

Reallabor Asylsuchende in der Rhein-Neckar-Region

Das Reallabor Asylsuchende in der Rhein-Neckar-Region besteht aus vier Teilprojekten, von denen eins in der Geographie bearbeitet wird. Ziel des Reallabors insgesamt ist es, Erkenntnisse zu gewinnen in den Bereichen Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration und Wohnen von Geflüchteten und Asylsuchenden in den Städten Heidelberg, Sinsheim und Wiesloch.

Teilprojekt III – Dezentrales Wohnen von Geflüchteten und Asylsuchenden

Stadtgeographische, stadtgesellschaftlich-demographische und migrationssoziologische Dimensionen dezentraler Unterbringung

Die dezentrale Unterbringung von Asylsuchenden und Geflüchteten rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit in den Kommunen und Stadtteilen und ist angewiesen auf die breite Unterstützung durch die Stadtgesellschaft. Bisher liegen kaum Erfahrungen zu Erfolgskriterien und Schwierigkeiten bei der Implementierung dezentraler Unterbringung sowie zu den Effekten auf die Stadtgesellschaft vor.
Teilprojekt III untersucht die Wirkungen der Implementierung dezentraler Unterbringungsformen im Quartier und in der Gesamtstadt, beschäftigt sich im Zuge dessen mit den Aushandlungsprozessen der unterschiedlichen Akteure und Akteurinnen und nimmt Effekte der dezentralen Unterbringung auf die Wohn- und Lebenssituation von Asylsuchenden und Geflüchteten in den Fokus. Erfolgsfaktoren und Problembereiche der Implementierung von dezentralen Wohnformen werden lokal diskutiert und in die überregionale Debatte eingespeist.
Über einen beständigen Austausch mit der Praxis unterstützt diese wissenschaftliche Analyse die Weiterentwicklung einer Willkommenskultur in Heidelberg, indem sie die Veränderung von Governance- und Kommunikationsstrukturen untersucht: einerseits zwischen Ehrenamtlichen, Bevölkerung und Flüchtlingen in den Quartieren, den Vertreterinnen und Vertretern der Sozialverbände und Institutionen sowie Vertretenden des administrativ-politischen Systems der Stadt Heidelberg, andererseits aber auch von entsprechenden kommunalen Regelungsansätzen und des sich daraus ergebenden Diskurses in der Stadt.

Handlungsleitend ist dabei eine Kultur des Austausches, mit der es möglich wird, die Potenziale der Asylsuchenden, Geflüchteten und Heidelberger_innen kollaborativ in den Stadtteilen zusammenzubringen. Der stetige Austausch zwischen Wissenschaftler_innen und Praxispartner_innen sowie die gemeinsame Entwicklung von Realexperimenten fungieren als Katalysatoren, um die Entwicklung nachhaltiger urbaner Prozesse und Strukturen triggern. Als Pilotstudie spielt das Projekt eine Vorreiterrolle, indem es die Bereitstellung von anwendungsorientiertem Wissen auch für andere Kommunen beabsichtigt.

Das in das Reallabor eingebundene Dissertationsvorhaben (Projektbearbeiterin Svenja Kück) untersucht die Bedingungen und Formen von Beheimatung von geflüchteten Menschen im urbanen Raum. Flüchtlinge und Asylsuchende sind in ihren konkreten lokalen Kontexten mit unterschiedlichen Rechten ausgestattet sowie mit bestimmten Zuschreibungen konfrontiert. Dadurch treten sie unterschiedlichen Hürden und Realitäten gegenüber, die auch Prozesse der Beheimatung wesentlich mitbeeinflussen.

Seitenbearbeiter: Webmaster-Team
Letzte Änderung: 13.04.2017
zum Seitenanfang/up